Jungfräulicher Schnee, morgens kurz vor sechs. Er färbt ab. Glitzert im Dunkeln und übertünscht alle braunen Matschflecken in der Wiese, von Bauarbeiten und Trampelpfaden. Aussen wie Innen. Alles weiß, unschuldig, neu. Mit großen vorsichtigen Schritten bahne ich mir meinen Weg durch sanftes Schneegestöber. Ich kann ja nicht für immer hier stehen bis ich ganz im Funkeln eingefroren bin.
Entschlossen gehe ich und drücke meine spitzen Absätze in die weiße Decke. Grüne Tapsen, ein Hauch Frühling.
Da ein Weg, weniger Rutschgefahr, graubraune Kratzer.
Die Tür in Sicht, bekanntes Terrain. Noch ein letzter Atemzug Stille.
Zurück im Warmen lege ich alle Schutzmauern ab. Doch ein kleines Stück Schnee habe ich mir mitgenommen. Etwas Winterzauber, Unschuld, Ruhe, Stille. Ein Stück Kälte in mir eingeschlossen, nach aussen gut isoliert.